WWW-Kurs-Logo

;-)
Kursnavigator:
+-+zurueck zum InhaltSicherheit
+Checkliste
+-+zum Kurs-Glossar (Uebersicht)+Passwörter
!+Schutz vor Viren*
!+Gefahren und Nepp im Internet
!+Verschlüsselung/Kryptographie
!+Pretty Good Privacy (PGP)
!+Der Lauschangriff
!+Was ist ein Cookie?
!+Urheberrecht/Copyright
!!+In eigener Sache
+E-Mail an den Autor+Jugendschutz
Schutz vor Viren Stand: 2016-10-05

Wie kann man sich Viren im Internet holen?
... schneller als man denkt!
Virus-Mail
Vorsicht Fußball-Fans! 
Hier lauert der Virus W32/Sober.p im Anhang, der weitere Mails dieser Art verschickt (Stand 2005-05).

Immer dann, wenn Sie Dateien aus dem Internet auf den eigenen Rechner übertragen (neudeutsch "downloaden") oder unbekannte Dateien in den Änhängen von E-Mails öffnen, können Sie sich Computerviren einfangen. Die lauern z.B. in ausführbaren Dateien. In der DOS-Welt wären dies Dateien vom Typ EXE (ausführbare Datei), COM (Befehls-Datei) oder BAT (Stapeldatei).
Weitere Dateitypen können von Windows ausgeführt werden. In ihnen können Viren, Trojaner oder andere Gemeinheiten (Malware) enthalten sein: 
CMD (Windows-Stapelverarbeitung), CHM (Hilfedatei), EML (E-Mail), LNK (LiNK, Windows-Verknüpfung), PIF (Program-Information-File), JS (Java-Script-Datei), SCR (SCReensaver, Bildschirmschoner), VBS (Visual-Basic-Script), VXD (Virtual eXxtended Driver, Treiberdatei) und andere. 
In Microsoft-Office-Dateien können ebenfalls gefährliche Scripte bzw. Makros enthalten sein: 
DOC (Word-DOCument), XLS (Excel), PPS (PowerPoint), MDB (Microsoft-Data-Base von Access).
Makroviren verbreiten sich oft mit Hilfe von Outlook weiter. Werden solche Dateien ausgeführt bzw. aufgerufen, können weitere Dateien angesteckt, verändert, gelöscht oder per Mail versendet werden. 
Auch in Dateien von Webseiten (HTM oder HTML) oder in HTML-Mails können gefährliche Scripts enthalten sein.
Bestimmte Viren können sich beim "Infizieren" im Bootsektor von Festplatten oder Disketten einnisten. Viren, die sowohl Dateien als auch Partitionssektoren befallen, nennt man "multivalent". 
 
Tipp: Vor dem Klicken Gehirn einschalten!
Sie gewähren ja auch nicht jedem Fremden sofort Einlass. Das gilt für alle ausführbaren Dateien und Dokumente, die Sie über Downloadseiten oder E-Mails erhalten und auf Ihrer Festplatte lassen. Wenn Sie nicht gerade ausländische Bekannte oder
Geschäftspartner haben, sollten Sie Werbesendungen mit vermeintlich "super-sicheren Geschäftsideen", "Liebesbriefen", "gut gemeinten Ratschlägen" und dergleichen mit einer gesunden Portion Misstrauen begegnen.

Am 4. Mai 2000 z.B. verbreitete sich ein bislang unbekannter Makro-Virus "Love-Letter-For-You / ILOVEYOU" lawinenartig, legte weltweit etliche Mailserver lahm und sorgte für Staus und Schäden. Er fühlte sich allerdings "nur" auf Windows-Maschinen wohl, wenn dort die Mail-Software Outlook installiert ist. Das Öffnen der Mail mit dem Betreff "ILOVEYOU" hatte noch keine Folgen. Klickte man jedoch auf die beigefügte Datei "LOVE-LETTER-FOR-YOU.TXT.vbs" wurde ein Visual-Basic-Script gestartet. Das befahl Outlook die Virenmail gleich wieder an Empfänger aus dem eigenen Adressbuch zu schicken und verbog dazu noch einige Systemdateien. Auch alle Dateien mit den Endungen MP2, CSS, JPG, VBE, JSE, JS, WSH, SCT, HTA, JPEG und MP3-Files wurden durch eine Kopie des Virus ersetzt. Durch diesen Schneeballeffekt kollabierten dann zahlreiche Computernetze. Einige Firmen und Behörden mussten die Arbeit zeitweise einstellen. 
Wenn Ihnen z.B. als Firmenangestellter leichtsinniges Verhalten nachgewiesen werden kann, können Sie unter Umständen mit Ihrem Privatvermögen für Schäden haftbar gemacht werden, die Computerviren verursachen können. Das kann sehr schnell sehr teuer werden. Überlegen Sie sich, wie lange professionelle "Kammerjäger" brauchen, um alle PCs eines Netzes zu "entseuchen", und was deren Arbeitsstunde kostet. 
Wenn Viren auch noch Daten zerstört haben, sind die Schäden noch höher. 
Solange Sie nur den eigenen Rechner zu Hause verseuchen, scheint dies zunächst nur Ihr Problem zu sein. Vielleicht merken Sie den Virenbefall gar nicht. Wenn Sie dann einem guten Bekannten, ohne böse Absicht, eine Kopie eines schönen Computerspiels auf Diskette geben, könnte sich dieser fürchterlich beschweren: Sein Virenschutzprogramm meldet einen Virenbefall. 

Wo lauern Viren im Internet?

  • Auf Shareware-Servern, auf denen Software zum "Downloaden" bereitgehalten wird. Dort könnten sich aus Boshaftigkeit oder aus mangelnder Sorgsamkeit verseuchte Dateien befinden. Firmen, die ihrem Ruf nicht schaden wollen, sollten im Eigeninteresse dafür sorgen, dass nur virenfreie Dateien auf ihren Servern liegen. Stellen Sie sich die Schlagzeile vor: "Microsoft verbreitet Virus in seinem neuesten XY-Upgrade!" 
  • Auf Internet-Seiten, in denen z.B. Programme angeboten werden, die als Trojanisches-Pferd oder Dropper Einzug in Ihren PC halten, um dort Schäden anzurichten (Malware). "Laden Sie sich gratis den neusten Bildschirmschoner!"
  • In gepackten Dateien vom Typ *.zip oder *.exe können Viren in komprimierter Form vorliegen, die von Virenscannern vielleicht erst nach dem Entpacken festgestellt werden können.
  • In Dateien, die Sie per E-Mail erhalten.
Wie stelle ich einen Virenbefall fest?
Wenn plötzlich die Festplatte formatiert wird, Dateien gelöscht wurden, Textdateien zerstört sind, Buchstaben "vom Bildschirm fallen", ein Liedchen aus dem Lautsprecher ertönt, die Festplatte auf einmal voll ist, ... dann ist es schon zu spät!

Erpresserische Viren
Wenn Sie plötzlich eine Meldung wie

  • "Aus Sicherheitsgründen wurde Ihr Windowssystem blockiert" auf dem Monitor haben:
    Bundespolizei Virus
  • das ganze "amtlich" wirkt
  • Ihnen strafbare Handlung (Urheberrechtsverletzung, Kinderpornografie, ...) unterstellt werden,
  • die Daten auf Ihrer Festplatte verschlüsselt werden,
  • und zu allem Überfluß auch noch aufgefordert werden einen Geldbetrag zu zahlen, damit er wieder Herr Ihres PC werden,
dann spricht man von "Ransomware". Die Beseitigung ist nicht ganz trivial.
Auf keine Fall sollte man zahlen!
Hier eine Seite, die Hilfestellung gibt, wie man den Bundespolizei-Virus wieder los wird:
http://www.bundespolizei-virus.de/ (Stand 2016-10)

Was können Sie gegen Viren tun?
Auf Ihrem Rechner sollte sich auf jeden Fall ein Anti-Viren-Programm befinden. 
Dieses lauert im Hintergrund und gibt bei Verdacht Alarm, wenn z.B. beim "Downloaden" eine virenbefallene Datei dabei ist. Es sollte gezielt Festplatten, UBS-Sticks, Disketten und andere Laufwerke auf bekannte Viren untersuchen können. Bevor Sie also eine Datei weitergeben, sollte sie virengeprüft sein. 
Wenn bekannt ist, wie der Virus "aussieht" bzw. "wirkt", kann er auch bekämpft werden. 
Solche Anti-Viren-Programme müssen in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden, damit auch neue Viren, die mittlerweile von irgendwelchen Hackern in die Welt gesetzt wurden, erkannt werden können. 

Wo gibt es Anti-Viren-Programme?
... unter anderem in Internet! 
Eines der bekanntesten deutschen Programme ist Avira  Avira
Avira Free Antivirus ist für den privaten (individuellen,  nicht-kommerziellen) Einsatz sogar kostenfrei!
Download über http://www.avira.com/ (Stand 2016-10) 

Hier ein Test von Antivirenprogrammen unter Windows 7 im Vergleich:
http://www.bootmgr-fehlt.de/virenscanner-im-test/ (Stand 2016-10) 

Weitere Information bietet das Bundesamt für Sicherheit (BSI) für Bürger:
https://www.bsi-fuer-buerger.de/ (Stand 2016-10)


Seitenanfang © Bernd Zimmermann 1997-2017